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Du willst dich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machen? Dann ist der Gründungszuschuss die wichtigste Förderung, die du kennen solltest. Die Agentur für Arbeit kann dich damit in den ersten Monaten unterstützen: steuerfrei und ohne Rückzahlung.
Gründungszuschuss 2026: kurz erklärt
- Der Gründungszuschuss (§ 93 SGB III) ist eine Förderung der Agentur für Arbeit für Menschen mit Arbeitslosengeld I, die sich hauptberuflich selbstständig machen.
- Höhe: 6 Monate lang ein Zuschuss in Höhe deines Arbeitslosengeldes plus 300 €, danach auf Antrag 9 Monate je 300 €. Bei 2.650 € Arbeitslosengeld sind das zusammen 20.400 €.
- Voraussetzungen: mindestens 150 Tage Restanspruch auf Arbeitslosengeld I, ein tragfähiges Vorhaben mit Businessplan und die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle.
- Antrag: vor der Aufnahme der Selbstständigkeit. Die Bewilligung ist eine Ermessensleistung, einen Rechtsanspruch gibt es nicht.
Klingt gut? Ist es auch. Aber der Gründungszuschuss ist kein Selbstläufer. Es gibt klare Voraussetzungen, einen festen Ablauf und einige Fehler, die deinen Antrag gefährden.
In diesem Leitfaden erfährst du, was du über den Gründungszuschuss 2026 wissen musst: von den Voraussetzungen über die Höhe bis zum Antrag.
Was ist der Gründungszuschuss?
Der Gründungszuschuss ist eine finanzielle Förderung der Bundesagentur für Arbeit nach § 93 und § 94 SGB III. Er richtet sich an Menschen, die Arbeitslosengeld I beziehen und sich hauptberuflich selbstständig machen.
Die Förderung ist für deinen Lebensunterhalt und deine soziale Absicherung in der ersten Zeit nach der Gründung gedacht. Sie besteht aus zwei Phasen und kann insgesamt bis zu 15 Monate laufen.
Wichtig zu wissen
Der Gründungszuschuss ist eine Ermessensleistung, einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Die Agentur für Arbeit entscheidet im Einzelfall. Genau deshalb kommt es auf eine gute Vorbereitung an.
Wie hoch ist der Gründungszuschuss?
Die Höhe hängt von deinem persönlichen Arbeitslosengeld ab. Die Förderung gliedert sich in zwei Phasen:
Phase 1: 6 Monate
Du erhältst einen Zuschuss in Höhe deines zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes plus 300 € im Monat für die soziale Absicherung, also zum Beispiel für Kranken- und Rentenversicherung.
Phase 2: weitere 9 Monate
In der zweiten Phase gibt es nur noch die 300 € im Monat. Diese Phase musst du eigens beantragen und dabei nachweisen, dass du hauptberuflich selbstständig tätig bist.
Rechenbeispiel: 1.500 € Arbeitslosengeld im Monat
- Phase 1: 6 × (1.500 € + 300 €)
- 10.800 €
- Phase 2: 9 × 300 €
- 2.700 €
- Zusammen
- 13.500 €
Mit 2.650 € Arbeitslosengeld ergeben sich nach derselben Rechnung 20.400 €. Deine eigene Summe rechnest du mit dem Rechner auf unserer Seite zum Gründungszuschuss aus.
Gut zu wissen
Der Gründungszuschuss ist steuerfrei (§ 3 Nr. 2 Buchstabe a EStG) und unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt. Er erhöht also weder dein zu versteuerndes Einkommen noch deinen Steuersatz.
Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?
- Du beziehst Arbeitslosengeld I. Wer Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) bezieht, kann stattdessen das Einstiegsgeld nach § 16b SGB II beantragen.
- Mindestens 150 Tage Restanspruch auf Arbeitslosengeld I zu Beginn deiner Selbstständigkeit. Das ist eine der häufigsten Fehlerquellen.
- Hauptberufliche Selbstständigkeit: mindestens 15 Stunden pro Woche. Sie muss deine Arbeitslosigkeit beenden.
- Businessplan mit Finanzplanung: das wichtigste Dokument deines Antrags.
- Tragfähigkeitsbescheinigung einer fachkundigen Stelle, zum Beispiel Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Fachverband oder Kreditinstitut, in der Praxis auch Steuerberater.
- Kenntnisse und Fähigkeiten: Zeugnisse, Berufserfahrung oder ein Gründercoaching zeigen, dass du das Vorhaben umsetzen kannst.
Entscheidend
Stell den Antrag, bevor du deine Selbstständigkeit aufnimmst. Wer vorher startet oder das Gewerbe anmeldet, kann den Gründungszuschuss in der Regel nicht mehr bekommen.
Gründungszuschuss beantragen: Schritt für Schritt
- Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit
Vereinbare einen Termin mit deiner Vermittlungsfachkraft und sag, dass du dich selbstständig machen möchtest. Komm vorbereitet, mit einer klaren Beschreibung deiner Geschäftsidee.
- Businessplan und Finanzplanung erstellen
Beschreibung deines Vorhabens, Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan, Umsatz- und Rentabilitätsvorschau, dazu Lebenslauf und Qualifikationsnachweise. Im AVGS-Gründercoaching der Gründer Piloten erarbeitest du diese Unterlagen gemeinsam mit deinem Coach.
- Tragfähigkeitsbescheinigung einholen
Eine fachkundige Stelle prüft deine Unterlagen und bestätigt, dass dein Vorhaben tragfähig ist.
- Antrag für Phase 1 stellen
Den Antrag stellst du online bei der Agentur für Arbeit, zusammen mit der Stellungnahme und deinen Unterlagen. Wichtig ist der Zeitpunkt: vor der Aufnahme deiner Selbstständigkeit.
- Gewerbe anmelden und starten
Melde dein Gewerbe erst an, wenn der Antrag gestellt ist. Klär den genauen Zeitpunkt mit deiner Vermittlungsfachkraft.
- Entscheidung der Agentur für Arbeit
Die Agentur entscheidet nach Ermessen. Wie lange das dauert, ist je nach Agentur unterschiedlich. Plan genug Vorlauf ein.
- Phase 2 beantragen
Im Anschluss an die ersten sechs Monate beantragst du die zweite Phase, ebenfalls online, und weist deine hauptberufliche Selbstständigkeit nach.
Welche Unterlagen brauchst du für den Antrag?
- Antrag auf Gründungszuschuss (online bei der Agentur für Arbeit)
- Businessplan mit Geschäftsidee, Marktanalyse, Zielgruppe und Marketingstrategie
- Finanzplanung: Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan, Umsatz- und Rentabilitätsvorschau, Liquiditätsplanung
- Tragfähigkeitsbescheinigung einer fachkundigen Stelle
- Lebenslauf mit Qualifikationsnachweisen (Zeugnisse, Zertifikate, Berufserfahrung)
- Falls vorhanden: Nachweise über Weiterbildungen oder ein absolviertes Gründercoaching
Tipp
Vollständige, nachvollziehbare Unterlagen helfen dir, deinen Antrag überzeugend zu begründen. Im Gründercoaching erarbeitest du alle Dokumente in der Qualität, die die fachkundige Stelle und die Agentur erwarten.
Warum wird der Gründungszuschuss abgelehnt?
Die häufigsten Gründe für eine Ablehnung:
- Businessplan nicht überzeugend: zu vage, unrealistische Finanzplanung oder fehlende Marktanalyse. Besonders kritisch sind zu optimistische Umsatzprognosen ohne Begründung.
- Weniger als 150 Tage Restanspruch: Wer zu lange wartet, erfüllt die Voraussetzung nicht mehr.
- Selbstständigkeit bereits aufgenommen: Der Antrag kam zu spät.
- Kenntnisse und Fähigkeiten nicht belegt: Es fehlen Nachweise, dass du das Vorhaben umsetzen kannst.
- Negative Stellungnahme: Die fachkundige Stelle hat das Vorhaben als nicht tragfähig eingestuft.
- Ermessen: Die Agentur für Arbeit kann auch ablehnen, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, zum Beispiel weil sie vom Vorhaben nicht überzeugt ist. Den Vorrang der Vermittlung in Arbeit darf sie seit dem 1. Januar 2023 nicht mehr als Grund heranziehen (§ 4 Abs. 2 SGB III).
Was tun bei einer Ablehnung?
Du kannst innerhalb eines Monats schriftlich Widerspruch einlegen. Alternativ überarbeitest du dein Konzept und suchst erneut das Gespräch mit deiner Agentur für Arbeit. Im Gründercoaching findest du die Schwachstellen in deinen Unterlagen.
Tipps für deinen Antrag
- Plane früh. Businessplan, Finanzplan und Tragfähigkeitsbescheinigung brauchen erfahrungsgemäß mehrere Wochen.
- Bleib realistisch. Eine Umsatzprognose von 100.000 € im ersten Jahr ohne nachvollziehbare Begründung überzeugt niemanden. Plane lieber konservativ.
- Bereite das Gespräch vor. Erkläre klar, was du vorhast, warum es tragen wird und warum die Selbstständigkeit der richtige Weg für dich ist.
- Nutze ein Gründercoaching. Mit bewilligtem AVGS ist es für dich kostenlos. Du arbeitest dort an deinem Geschäftskonzept und bereitest den Antrag vor.
- Vergiss Phase 2 nicht. Das sind 2.700 € zusätzlich. Stell den Antrag rechtzeitig vor dem Ende der ersten Phase.
- Dokumentiere deine Fortschritte. Für Phase 2 weist du deine hauptberufliche Selbstständigkeit nach. Halte Kunden, Umsätze und Aktivitäten fest.
Ausführlich mit Zeitplan, Rechenbeispiel und Checkliste: So klappt es mit dem Gründungszuschuss: 8 Tipps für deinen Antrag.
Gründungszuschuss und AVGS-Gründercoaching: die Kombination
AVGS-Gutschein und Gründungszuschuss ergänzen sich. Der AVGS finanziert dein Gründercoaching vor der Gründung. Der Gründungszuschuss unterstützt deinen Lebensunterhalt nach der Gründung. Über beide entscheidet die Behörde im Einzelfall.
Im AVGS-Gründercoaching bei den Gründer Piloten bereitest du dich gezielt auf den Gründungszuschuss vor. Mit deinem Coach erarbeitest du ein tragfähiges Geschäftskonzept mit Businessplan und Finanzplanung, bereitest das Gespräch bei der Agentur für Arbeit vor und stellst deine Antragsunterlagen zusammen. Mit bewilligtem AVGS ist das Coaching für dich kostenlos.
Gründungszuschuss oder Einstiegsgeld: Was ist der Unterschied?
Wer Grundsicherungsgeld bezieht, kann keinen Gründungszuschuss beantragen. Stattdessen gibt es das Einstiegsgeld nach § 16b SGB II.
| Merkmal | Gründungszuschuss | Einstiegsgeld |
|---|---|---|
| Für wen | Arbeitslosengeld I | Grundsicherungsgeld |
| Zuständig | Agentur für Arbeit | Jobcenter |
| Höhe | Arbeitslosengeld plus 300 € im Monat, danach 300 € | Legt das Jobcenter im Einzelfall fest |
| Rechtsgrundlage | § 93 SGB III | § 16b SGB II |
Im Gründercoaching bei den Gründer Piloten klären wir, welche Förderung für dich infrage kommt.
Gründungszuschuss: Häufige Fragen
Muss ich den Gründungszuschuss zurückzahlen?
Nein. Der Gründungszuschuss ist ein Zuschuss und kein Darlehen. Du musst ihn grundsätzlich nicht zurückzahlen, auch wenn du deine Selbstständigkeit später aufgibst. Anders kann es aussehen, wenn die Förderung zu Unrecht gezahlt wurde, zum Beispiel wegen falscher Angaben.
Ist der Gründungszuschuss steuerfrei?
Ja. Er ist steuerfrei (§ 3 Nr. 2 Buchstabe a EStG) und unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt. Er hat keinen Einfluss auf deinen Steuersatz.
Kann ich den Gründungszuschuss beantragen, wenn ich gekündigt wurde?
Ja, wenn du Arbeitslosengeld I beziehst und noch mindestens 150 Tage Restanspruch hast. Solange dein Arbeitslosengeld ruht, zum Beispiel wegen einer Sperrzeit, wird auch der Gründungszuschuss nicht gezahlt.
Kann ich neben dem Gründungszuschuss noch angestellt arbeiten?
Die Selbstständigkeit muss dein Hauptberuf sein, also mindestens 15 Stunden pro Woche umfassen. Eine kleine Nebenbeschäftigung ist möglich. Sprich sie vorher mit deiner Agentur für Arbeit ab.
Wie lange dauert die Bearbeitung des Antrags?
Das ist je nach Agentur für Arbeit unterschiedlich. Plan für die gesamte Vorbereitung und den Antrag mehrere Wochen ein und fang früh an.
Kann ich den Gründungszuschuss auch als Freiberufler beantragen?
Ja. Der Gründungszuschuss gilt für gewerbliche und freiberufliche Gründungen. Entscheidend ist, dass dein Vorhaben wirtschaftlich tragfähig ist.
Was passiert, wenn mein Unternehmen nach dem Gründungszuschuss scheitert?
Du musst nichts zurückzahlen. Wenn du dich erneut arbeitslos meldest, kann ein Restanspruch auf Arbeitslosengeld bestehen. Die Monate, in denen du den Gründungszuschuss der ersten Phase bekommen hast, mindern ihn.
Was, wenn ich kein Arbeitslosengeld I bekomme?
Wenn du Grundsicherungsgeld beziehst, kommt das Einstiegsgeld nach § 16b SGB II infrage. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welche Förderung zu deiner Situation passt.
Dein nächster Schritt
Du willst gründen und den Gründungszuschuss beantragen? Dann fang nicht allein an. Im kostenlosen Erstgespräch bei den Gründer Piloten besprechen wir deine Situation und zeigen dir den Weg: vom AVGS-Gutschein über das Gründercoaching bis zum Antrag. Diese Seiten helfen dir vorab weiter:
- Gründungszuschuss mit RechnerDeine Summe ausrechnen und den Ablauf im Detail sehen
- Gründungszuschuss im WissensbereichAntworten zu § 93 SGB III, Phase 1 und 2, Widerspruch
- TragfähigkeitsbescheinigungWofür du sie brauchst und wie du sie bekommst
- AVGS Gutschein beantragenSchritt für Schritt zum Gründercoaching



