Gründen & Ideen

Aus der Arbeitslosigkeit selbstständig machen

Du bist arbeitslos und willst gründen? Welche Förderungen es gibt, wie du Schritt für Schritt vorgehst und welche Fehler du vermeiden solltest: der Leitfaden 2026.

René BildaGründer der Gründer Piloten
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  • 7 Min. Lesezeit
Illustration: Gründer steigt mit Laptoptasche Stufe für Stufe zu einer Fahne hinauf
Inhalt dieses Artikels
  1. Warum gerade jetzt?
  2. Voraussetzungen
  3. Diese Förderungen gibt es
  4. Schritt für Schritt
  5. 7 Fehler, die du vermeiden solltest
  6. Erfahrungen aus der Praxis
  7. Gründen mit Grundsicherungsgeld
  8. Nebenberuflich gründen
  9. Was ein Gründercoaching bringt
  10. Häufige Fragen
  11. Dein nächster Schritt

Du bist arbeitslos und spielst mit dem Gedanken, dich selbstständig zu machen? Dann bist du nicht allein. Jedes Jahr gründen viele Menschen aus der Arbeitslosigkeit heraus, oft mit Förderung der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor der Gründung kann ein AVGS-Gutschein dein Gründercoaching finanzieren, nach der Gründung kann der Gründungszuschuss deinen Lebensunterhalt unterstützen.
  • Beide Förderungen sind Ermessensleistungen. Eine gute Vorbereitung ist deshalb das Wichtigste.
  • Die Reihenfolge entscheidet: erst Coaching und Anträge, dann Gewerbeanmeldung.
  • Für den Gründungszuschuss brauchst du noch mindestens 150 Tage Restanspruch auf Arbeitslosengeld I.

In diesem Leitfaden erfährst du, welche Förderungen es gibt, wie du Schritt für Schritt vorgehst, welche Fehler du vermeiden solltest und wobei dir ein Gründercoaching hilft.

Warum der Schritt in die Selbstständigkeit gerade jetzt sinnvoll sein kann

Arbeitslosigkeit fühlt sich oft wie ein Rückschlag an. Sie kann aber auch ein Wendepunkt sein: der Moment, in dem du anfängst, deine berufliche Zukunft selbst zu gestalten.

Die Ausgangslage ist besser, als viele denken. Du hast Zeit, dich vorzubereiten. Und du kannst Förderungen beantragen, die es für Gründerinnen und Gründer aus einer Festanstellung nicht gibt.

Das Wichtigste vorab

Die Agentur für Arbeit kann Gründungen aus der Arbeitslosigkeit fördern: mit einem Gründercoaching über den AVGS, mit dem Gründungszuschuss und mit weiteren Programmen. AVGS und Gründungszuschuss sind Zuschüsse, du musst sie nicht zurückzahlen.

Welche Voraussetzungen solltest du mitbringen?

  • Du bist arbeitslos oder arbeitsuchend gemeldet, bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter. Das ist die Grundlage für die Förderungen.
  • Du hast eine Geschäftsidee. Sie muss nicht fertig ausgearbeitet sein, eine grobe Vorstellung reicht. Im Coaching wird sie geschärft und auf Tragfähigkeit geprüft.
  • Du willst hauptberuflich gründen, also mindestens 15 Stunden pro Woche. Eine nebenberufliche Gründung reicht für den Gründungszuschuss nicht.
  • Du bist noch nicht selbstständig. Wer bereits ein Gewerbe angemeldet hat, bekommt in der Regel keinen AVGS für ein Gründercoaching mehr.

Diese Förderungen gibt es für dich

Für Gründungen aus der Arbeitslosigkeit gibt es mehrere Förderungen. Kaum jemand kennt alle, und für jede gelten eigene Voraussetzungen.

1. AVGS-Gutschein: gefördertes Gründercoaching

Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) ist die erste Förderung, um die du dich kümmern solltest. Mit einem bewilligten AVGS übernimmt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die Kosten für ein professionelles 1:1 Gründercoaching.

Im Coaching bereitest du deine Gründung Schritt für Schritt vor: Geschäftsidee schärfen, Positionierung und Angebot klären, Businessplan und Finanzplanung aufsetzen, Marketing und Kundengewinnung planen und die bürokratischen Schritte vorbereiten. Wie du den Gutschein beantragst, liest du im Artikel AVGS Gutschein beantragen.

2. Gründungszuschuss: Starthilfe mit Arbeitslosengeld I

Der Gründungszuschuss ist die größte Einzelförderung für Gründungen aus der Arbeitslosigkeit. Er richtet sich an Menschen mit Arbeitslosengeld I und besteht aus zwei Phasen:

Beispielrechnung bei 1.500 € Arbeitslosengeld im Monat

Phase 1 (6 Monate): 1.500 € + 300 €
10.800 €
Phase 2 (weitere 9 Monate): 300 €
2.700 €
Zusammen, steuerfrei
13.500 €

Wichtige Voraussetzung

Zu Beginn deiner Selbstständigkeit müssen noch mindestens 150 Tage Restanspruch auf Arbeitslosengeld I bestehen. Den Antrag stellst du, bevor du die Selbstständigkeit aufnimmst. Alle Details stehen im Artikel zum Gründungszuschuss.

3. Einstiegsgeld: Förderung mit Grundsicherungsgeld

Wenn du Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) beziehst, kommt statt des Gründungszuschusses das Einstiegsgeld nach § 16b SGB II infrage. Die Höhe legt das Jobcenter im Einzelfall fest. Auch hier helfen dir ein schlüssiger Businessplan und eine gute Vorbereitung.

Weitere Fördermöglichkeiten

Je nach Bundesland und Situation gibt es zusätzliche Optionen: KfW-Gründerkredite wie den ERP-Gründerkredit StartGeld, Mikrokredite, Landesförderprogramme und nach der Gründung die BAFA-Förderung für Unternehmensberatungen. Im Coaching schauen wir, welche Kombination zu deinem Vorhaben passt.

Schritt für Schritt: So machst du dich aus der Arbeitslosigkeit selbstständig

  1. Erstgespräch mit einem Gründercoach

    Hol dir zuerst eine ehrliche Einschätzung. Im kostenlosen Erstgespräch bei den Gründer Piloten schauen wir auf deine Fördermöglichkeiten und geben dir einen klaren Fahrplan.

  2. AVGS-Gutschein beantragen

    Vereinbare einen Termin bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter. Zeig Motivation und Eigeninitiative und nenne einen AZAV-zertifizierten Bildungsträger.

  3. Gründercoaching

    Mit bewilligtem AVGS startest du dein 1:1 Coaching. Du arbeitest an allem, was du für den Start brauchst: von der Potenzialanalyse über den Businessplan bis zur Marketingstrategie.

  4. Businessplan und Finanzplanung

    Mit deinem Coach erstellst du einen vollständigen Businessplan mit Rentabilitätsvorschau und Liquiditätsplanung. Er ist die Grundlage für alle Förderanträge.

  5. Tragfähigkeitsbescheinigung einholen

    Eine fachkundige Stelle prüft deine Unterlagen und bestätigt, dass dein Vorhaben tragfähig ist. Für den Gründungszuschuss ist das Pflicht.

  6. Gründungszuschuss beantragen

    Den Antrag stellst du online bei der Agentur für Arbeit, bevor du die Selbstständigkeit aufnimmst.

  7. Gewerbe anmelden und starten

    Erst wenn der Antrag gestellt ist, meldest du dein Gewerbe an. Klär den genauen Zeitpunkt mit deiner Vermittlungsfachkraft.

7 Fehler, die du vermeiden solltest

  • Gewerbe vor dem Antrag anmelden: Wer startet, bevor der Antrag auf Gründungszuschuss gestellt ist, kann die Förderung in der Regel nicht mehr bekommen.
  • Zu lange warten: Du brauchst mindestens 150 Tage Restanspruch auf Arbeitslosengeld I. Wer zu lange zögert, erfüllt die Voraussetzung nicht mehr.
  • Ohne Businessplan starten: Er ist nicht nur Pflicht für den Gründungszuschuss, sondern dein Fahrplan. Ohne ihn weißt du nicht, ob deine Idee trägt.
  • Unrealistische Umsatzprognosen: Übertriebene Zahlen fallen auf. Plane lieber konservativ und begründe jeden Ansatz.
  • Auf das Gründercoaching verzichten: Mit bewilligtem AVGS ist es für dich kostenlos und bereitet dich gezielt auf Gründung und Anträge vor.
  • Phase 2 vergessen: Die zweite Phase des Gründungszuschusses musst du eigens beantragen. Das sind 2.700 € zusätzlich.
  • Allein kämpfen: Selbstständigkeit heißt nicht, alles allein zu machen. Nutze Netzwerke, Coaches und Förderprogramme.

Erfahrungen: So haben es andere geschafft

Wie der Weg aus der Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit in der Praxis aussieht, erzählen zwei unserer Gründer selbst:

Selbstständig machen mit Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld): Geht das?

Ja. Auch mit Grundsicherungsgeld kannst du dich selbstständig machen. Den Gründungszuschuss gibt es nur mit Arbeitslosengeld I, aber es gibt andere Wege.

Das Einstiegsgeld nach § 16b SGB II fördert die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit. Zusätzlich kannst du beim Jobcenter einen AVGS für ein Gründercoaching beantragen. Über beides entscheidet das Jobcenter nach Ermessen.

Wichtig: Einkommen aus deiner Selbstständigkeit wird auf das Grundsicherungsgeld angerechnet, es gibt aber Freibeträge. Im Gründercoaching klären wir, wie du die Übergangsphase gut gestaltest. Mehr dazu im Ratgeber Bürgergeld und Selbstständigkeit.

Nebenberuflich gründen während der Arbeitslosigkeit

Während du Arbeitslosengeld I beziehst, darfst du eine selbstständige Nebentätigkeit von weniger als 15 Stunden pro Woche ausüben. Melde sie vorher deiner Agentur für Arbeit. Das Einkommen wird auf dein Arbeitslosengeld angerechnet, es gibt aber einen Freibetrag von 165 € im Monat. So kannst du eine Geschäftsidee testen, bevor du voll einsteigst.

Hinweis

Sobald du hauptberuflich gründest, also ab 15 Stunden pro Woche, endet deine Arbeitslosigkeit und damit das Arbeitslosengeld. Wird der Gründungszuschuss bewilligt, tritt er an seine Stelle.

Warum ein Gründercoaching den Unterschied macht

Viele Gründungen scheitern nicht an der Idee, sondern an der Vorbereitung: an Zahlen, die nicht aufgehen, an fehlenden Kunden oder an Formalien. Im Coaching erkennst du Schwächen in deinem Konzept, bevor sie dich Geld kosten.

Die Gründer Piloten begleiten dich als AZAV-zertifizierter Bildungsträger mit individuellem 1:1 Online-Coaching durch den gesamten Gründungsprozess. Das Ziel ist ein tragfähiges Geschäftskonzept, von dem du leben kannst. Mit bewilligtem AVGS ist das Coaching für dich kostenlos. Was dich erwartet, liest du im Artikel zum AVGS Gründercoaching.

Häufige Fragen: Selbstständig aus der Arbeitslosigkeit

Kann ich mich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machen?

Ja. Wichtig ist die Reihenfolge: erst vorbereiten und die Förderungen beantragen, dann das Gewerbe anmelden. Melde deiner Agentur für Arbeit oder deinem Jobcenter außerdem immer, wenn du eine selbstständige Tätigkeit aufnimmst.

Welche Förderungen gibt es?

Den AVGS-Gutschein für ein Gründercoaching, den Gründungszuschuss mit Arbeitslosengeld I und das Einstiegsgeld mit Grundsicherungsgeld. Dazu kommen KfW-Kredite, Mikrokredite und Landesförderprogramme. Über AVGS, Gründungszuschuss und Einstiegsgeld entscheidet die Behörde im Einzelfall.

Muss ich meinen Sachbearbeiter um Erlaubnis fragen?

Zum Gründen brauchst du keine Erlaubnis. Über AVGS und Gründungszuschuss entscheidet aber deine Agentur für Arbeit oder dein Jobcenter. Deshalb lohnt es sich, gut vorbereitet und mit einem klaren Plan ins Gespräch zu gehen.

Was passiert mit meinem Arbeitslosengeld, wenn ich gründe?

Mit der hauptberuflichen Gründung endet dein Arbeitslosengeld. Wird der Gründungszuschuss bewilligt, bekommst du stattdessen diese Förderung. Die ersten sechs Monate mindern deinen Restanspruch auf Arbeitslosengeld. Gibst du die Selbstständigkeit auf, kannst du dich erneut arbeitslos melden.

Wie lange dauert der Weg von der Arbeitslosigkeit bis zur Gründung?

Das hängt von deiner Vorbereitung ab. Für das Coaching planen wir in der Regel rund sechs Wochen ein, dazu kommen Anträge und Entscheidungen der Behörde. Je früher du anfängst, desto besser.

Kann ich mich auch ohne AVGS und Gründungszuschuss selbstständig machen?

Ja. Die Förderungen sind keine Pflicht. Für alle, die ohne AVGS gründen, gibt es bei uns das 1:1 Mentoring-Programm.

Dein nächster Schritt

Du bist arbeitslos und willst gründen? Dann fang nicht bei null an. Im kostenlosen Erstgespräch besprechen wir deine Situation und deine Fördermöglichkeiten und zeigen dir, wie dein Weg in die Selbstständigkeit aussehen kann.

René Bilda

René Bilda

Gründer der Gründer Piloten

René Bilda ist Gründer der Gründer Piloten und seit über 8 Jahren Unternehmer. Mit seinem Team hat er 100+ Gründerinnen und Gründer auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleitet. Die Gründer Piloten sind AZAV-zertifizierter Bildungsträger und als Beratungsunternehmen beim BAFA registriert.

Mehr über die Gründer Piloten

Du willst wissen, was für dich möglich ist?

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir auf deine Situation, deine Idee und deine Fördermöglichkeiten. Danach weißt du, wie es für dich weitergeht.